Masterplan Güterverkehr und Logistik: Einrichtung eines Förderprogramms zum Einsatz moderner Technologien zur Lärmminderung bei Schienenfahrzeugen

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Version vom 20. Juli 2008, 00:50 Uhr von W. Schwenk (Diskussion | Beiträge)

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II. Maßnahmen
7. Umsetzung
7.5 Umwelt- und klimafreundlicher, leiser und sicherer Verkehr
7.5.3 Einrichtung eines Förderprogramms zum Einsatz moderner Technologien zur Lärmminderung bei Schienenfahrzeugen

Ausgangslage

Die Lärmproblematik besitzt beim Schienengüterverkehr einen besonderen Stellenwert, da überregionale Strecken häufig durch dicht besiedelte Gebiete führen und erhebliche Belästigungen der Anwohner zur Folge haben. Für die Wohnbevölkerung könnte die Lebensqualität durch neue Techniken, wie innovative Bremssohlen für Güterwaggons, verbessert werden. Die Entwicklung von und die Umrüstung auf verbesserte Bremssohlentypen ist mit Risiken und Chancen für die Eisenbahnverkehrsunternehmen verbunden. Derzeit bestehen jedoch weder Anreize noch Zwänge, eine solche Umrüstung in Angriff zu nehmen.

Beschreibung der Maßnahme

Mit einem Pilotprojekt zur lärmmindernden Umrüstung bestehender Güterwagen sollen auf einem ausgewählten hoch belasteten Korridor (Rheintal) durch kurzfristigen Einsatz leiser Güterwagen Erkenntnisse über das erforderliche Engineering und die erforderlichen Zulassungen praktisch gewonnen und erprobt werden. Parallel dazu sollen mit einem Programmbaustein zur Wagenerfassung die Voraussetzungen für weitere Maßnahmen geschaffen werden, insbesondere hinsichtlich eines aufkommensneutralen emissionsabhängigen Trassenpreissystems. Das Innovationsprogramm zielt auf die weitere Verbesserung und breitere Verfügbarkeit von Lärm mindernden Umrüstlösungen für ältere, laute Güterwaggons. Es wird angestrebt, die Kosten der Entwicklung verbesserter Bremssohlentypen für die Umrüstung zu verringern und die Entwicklung zu beschleunigen.

Auswirkung

Die Maßnahme leistet einen Beitrag zum umwelt- und klimafreundlichen Verkehr durch die angestrebte substantielle Lärmminderung in der Güterwagenflotte und den in der Folge deutlich verbesserten Lärmschutz der Anwohner.

Verantwortung

Steuerung des Pilot- und Innovationsprogramms durch eine interministerielle Arbeitsgruppe unter Federführung des BMVBS, EU (beihilferechtliche Fragen, evtl. EU-einheitliche Lösung).

Haushalts-Relevanz

Im Lärmsanierungstitel des Bundeshaushaltes 2008 sind von den dort eingestellten 100 Millionen Euro 10 Millionen Euro für das Pilot- und Innovationsprogramm zweckgebunden. Insgesamt werden hierfür bis zu 40 Millionen Euro verteilt auf vier Jahre bereitgestellt.

EU-Relevanz

Die Maßnahme muss von EU-KOM genehmigt werden.

Umsetzungszeitraum

Umrüstzeitraum ca. zwei bis vier Jahre.


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